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Tutorials und (hoffentlich) Lehrreiches

In den letzten Jahren habe ich viele Dinge ausprobiert, die mit Fotografie zusammenhängen.
Software, Hardware, DIY-Fotoequippment, Aufnahmetechniken, analoges und digitales Rumgespiele.
Zum Teil ging es gut, zum Teil ging es eher… nicht so gut.
Zumindest beim ersten Anlauf.

Da ich ein großer Fan aller experimentellen Dinge bin (und gerne andere dazu ermutigen möchte, selber mal etwas jenseits der Norm auszuprobieren) möchte ich hier meine Erfahrungen teilen, Anregungen geben und gerne auch annehmen.
Solltet Ihr also zu den Artikeln Anmerkungen haben, eine Tüftleridee haben, selber als Gastautor ein Tutorial hier veröffentlichen wollen:
nur zu!

Aktuelle Artikel

DIY-5×4-Großformatkamera

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„Oh, das wird gar nicht so gut, was Du da machst.“
S. Kilb

Analog fotografieren führt oft zu Begehrlichkeiten.
Bei mir führte der erste Kontakt mit dem Mittelformat zu einer langen serie von Käufen und Verkäufen von Kameras. Begonnen hat alles mit einer Mamiya m645, also eine Kamera mit einer Negativgröße von 6×4,5cm (und ich könnte mich immer noch dafür treten, dass ich sie nach zehn treuen Jahren verkauft habe). Jedenfalls wuchs das Format und derzeit mache ich die meisten Aufnahmen mit 6×9-Kameras… und schiele seit geraumer Zeit in Richtung Großformat.
Aber nur zum Testen eine kaufen?
Nöööööö!

Vorüberlegungen

Eine Kamera – so sagt man – ist nichts als ein lichtdichter Raum. Das stimmt dieser tage nicht mehr so ganz, weil kameras fest verbaute Technik im Innenleben haben, aber vom Prinzip her stimmt das immer noch.
Genau genommen ist eine Kamera ein lichtdichter Raum, der einen bestimmten Abstand zwischen Objektiv und Filmebene definiert.
Dieses Schätzchen hier ist eine Mamiya Super Press 23, eine 6×9-Mittelformatkamera.
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Das Objektiv deckt also 6x9cm ohne Vignettierung in den Ecken ab.
Bemüht man den Satz des Pythargoras, bedeutet dies, dass, weil (6×6)+(9×9)=(10,82×10,82), mindestens ein Kreis mit dem Durchmesser der Diagonalen, also 10,82 gut damit belichtet werden können sollten werden gehabt gemacht und so.
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4×5 Inch entsprechen 10,5×12,7cm, also sollte das Objektiv in der Lage sein, Planfilm bis zum Rand kreisrund zu belichten und dann vermutlich irgendwann abzustinken.
Also bei eBay drei 4×5-Plankassetten (s.u.) gekauft und einen Fehlversuch beim Bau gestartet und dann erstmal vier Monate liegen gelassen…
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Inzwischen habe ich mir (oh, heiliger Baumarkt, gebenedeit bist Du unter allen Geschäften dieser Welt, nur Dir allein will ich meine Seele verschreiben) eine Schieblehre zugelegt.
Also erst mal alles ordentlich vermessen.
Ich gebe hier keine genauen Maße an, weil sich im Laufe des Projektes herausgestellt hat, dass ich ein paar Maße etwas großzügiger hätte definieren können.
Aber die wichtigen Maße sind:
– Breite der Kassette
– Höhe der Kassette bis zur Lichtsperre
– Breite und Höhe der Belichtungsfläche
Dann habe ich im Baumarkt (oh, Baumarkt…!) alles für 9,- aus Paulownia zusägen lassen.
Vorteil: sehr leicht und im Gegensatz zu Fichte bei den Brettern keine abgerundeten Kanten und völlig harzfrei.
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Hier jetzt die Frontplatte für das Objektiv und die beiden Bretter, zwischen dennen die Planfilmkassette sitzen soll.
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In der Mitte die Belichtungsfläche ausgesägt und jetzt die Anschlagskante für die Planfimkassette herausgearbeitet.
Dabei habe ich etwas schlampig ein Stück herausgebrochen und mir den Kommentar vom Beginn des Tutorials eingehandelt…
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Objektiv ausmessen.
Schöne Schieblehre, oder?
Hab‘ ich aus dem Baumarkt!
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Innen- und Außenmaße übertragen.
Hier habe ich einen mittelschweren Fehler gemacht.
Der innere Holzring sollte mir als Lichtdichtung dienen, hat dann aber die Schnecke des Objektivs blockiert.
(kommt weiter unten)
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Zum Glück hatte ich noch die Alu-Objektivhalterung vom ersten Bauversuch (Praktisch: Aluschiene mit 2mm Dicke passt exakt in die Bajonettrille des Objektivs. Dabei war aber sehr viel Platz zwischen Objektiv und Außenrand, weswegen ich diesmal das ganze etwas weiter nach außen verlagern wollte.
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Noch mehr von der Aluschiene für kleine unterlegscheiben als Abstandhalter.
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BÄMM!
Käffchen, Kippchen, Freudentanz, ein paar Urschreie und Lobpreisungen des Baumarktes und meiner selbst.
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Hier jetzt der Nicht-machen-Schritt.
Innerer Holzring blockiert Schnecke.
Nicht machen!
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Frontteil mit Bodenteil und einem Seitenteil verleimen.
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Mit der Mattscheibe wollte ich es mir etwas einfacher machen. Reduziert natürlich die Anzahl meiner Planfilmkassetten, aber so habe ich die Mattscheibe genau da, wo später der Film ist.
Die Schieber rausgenommen und die wirklich extrem robuste Metallplatte einigermaßen dicht an der Kante mit einer Trennscheibe entfernt.
Ein Rand muss stehen bleiben, damit die Mattscheibe plan liegt.
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Als Mattscheibe habe ich eine Laminiertüte zugeschnitten.
Passt von der Dicke her ziemlich genau in die Führungsschiene.
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Nochmal die getrocknete Frontbodenseitenkombi…
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…und das unschöne Herausbrechen des Holzringes, weil wegen blockiert die Schnecke.
Das Innere der Kamera habe ich mit verdünntem Scriptol geschwärzt, um Reflektionen zu vermeiden.
Hatte gerade nix anderes da, funktioniert aber ganz gut.
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Alternativansatz:
Ein Papierring bei eingesetztem Objektiv um das Objektiv legen (unbeweglicher Teil).
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Mit schwarzem Heißkleber auffüllen.
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Und so passt das.
kommt kein Licht mehr von vorne durch.
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Kalibrierung:
Objektiv auf die Naheinstellung gestellt und die beiden Halterungsbretter mit der dazwischengeklemmten Mattscheibe so lange vor und zurückbewegt, bis das Bild scharf war.
Vorderteil und Mattscheibe sehr gut festgehalten, während das hintere Teil mit Leim festtrocknete.
Dann Vorderteil verleimt.
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Seitenteil anleimen, Deckel druff und schön beschwert trocknen lassen (auch hierbei ist eine Super 23 sehr sehr hilfreich).
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So, heute muss ich noch die Stativgewinde einsetzen.
Film ist bestellt und sollte auch heute kommen.
😀
Fertig!

 

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