Foto zu 3D-Objekt Teil 2: 3D-PDF

In Teil 1 haben wir Hase in ein 3D-Objekt umgewandelt.
Teil 2 bringt Hase (leiderleider ohne Texturen) in ein PDF-Dokument.
Das geht natürlich auch mit Oma, Opa, Onkel, Tante, Mutter, Vater, Freundin, Hund, Katze Maus, Elefant (immer vorrausgesetzt, Euer Motiv kann lange genug stillhalten, damit Ihr die Fotos machen könnt).
Wenn Ihr auf das PDF-Bildchen hier klickt, könnt Ihr Euch das Ergebnis anschauen.
Vorteil dieser Form der 3D-Präsentation ist die weite Verbreitung des Adobe PDF Readers, der seit Version 7 3D darstellen kann.

Erst ein bißchen Software installieren

Ohne ein wenig Vorbereitung geht natürlich nix, und hier ist unsere Einkaufsliste (naja, Besorgungsliste, ist alles Open Source):
MiKTeX von miktex.org herunterladen und installieren
MeshLab von sourceforge.net herunterladen und installieren
Um die Funktionsweise der beiden Programme brauchen wir uns zum Glück nicht zu kümmern, denn praktischerweise gibt es eine Software, die nur auf die beiden Programme zugreifen muss, um unser PDF zu erstellen:
U3D-2-PDF gibt es auch bei sourceforge.net
Obendrein sollte auf Eurem System das .NET Framework 4 laufen (falls nicht, einfach per Windows Update einspielen oder manuell von http://www.microsoft.com/NET/ installieren).
Puh!
WICHTIG:
MiKTeX braucht jetzt noch das Paket movie15, das über Start – Programme – MiKTeX – Maintanance – Package Manager nachistalliert wird.
U3D-2-PDF sucht zwar automatisch nach den installierten Programmen, aber falls es sie nicht findet, kann der Pfad manuell herausgesucht werden.

Export aus Blender

Wir brauchen für unser PDF das Objekt als .stl-Datei.
Das bekommen wir aus Blender generiert, allerdings muss zunächst das Exportformat aktiviert werden.
Unter File – User Preferences – Import-Export findet sich eine Liste mit allen unterstützten Dateiformaten.
Einfach ein Häkchen bei .slt setzen und alles ist flauschig.
Oh, und da wir gerade in dem Menü sind, kann auch gleich ein Häkchen bei Web3D X3D/VRML format gesetzt werden (das brauchen wir für Teil 3 des Tutorials).

Jetzt einfach das Hase.obj importieren und auf ein handliches Format skalieren.

Wichtig: den Hasen richtig ausrichten!

Damit der Hase nachher im PDF auch schön mittig sitzt und sich angenehm rotieren lässt, muss der Mittelpunkt des Objektes genau auf dem Mittelpunkt der Blenderbühne liegen (also da, wo sich die rote und die grüne Line kreuzen).
Damit er nach vorne schaut, muss er nach unten ausgerichtet werden, also liegt sozusagen mit der nase ein Stück „unter dem Boden“.
bei anderen Objekten kann man so natürlich alternativ schon einmal den Blickwinkel festlegen.
(ich hoffe, der Screenshot erklärt, was meinen Worten eventuell nicht möglich ist ^^).

Jetzt kann der Hase endlich exportiert werden!
Das Objekt muss ausgewählt sein, also mit der rechten Maustaste anwählen (dann erscheint ringgsherum eine orangefarbene Markierung).
Jetzt über File – Export – Stl gehen, links im Menü noch „Apply Modifiers“ aktivieren (falls das noch nicht ist), einen sinnvollen Speicherort und Namen wählen und schon hat Blender seine Schuldigkeit getan.

auffi geht’s!

So praktisch U3D-2-PDF ist: es gibt keine vernünftige Dokumentation!
Ebenso wie die richtige Lage in Blender nur durch ausprobieren möglich ist, war ein wenig Probiererei nötig, um nicht die Kamera mitten im Hasen liegen zu lassen.
Hier markiert ist im Menü „3D Options“ „roo“, das scheinbar den Abstand der Kamera zum Mittelpunkt des Objektes definiert.
Per Default ist das 0.158122 und ich habe es für mein Hase-PDF auf 5.0 gesetzt (ausprobieren, was für Euer Projekt am Besten ist).
Der Rest der Einstellungen ist weitgehend selbsterklärend.
Mit Source File wird der Ort Eurer .stl-Datei definiert, mit Target File Speicherort und Name für das PDF.
Page Lauout definiert Hoch-/Querformat und Größe des PDFs.
App Paths beinhaltet die Pfade zu MiKTeX, MeshLab und dem Acrobat Reader.

Tschaaaa, schauma mal!
„Start“ drücken, ein wenig warten und schon haben wir unser 3D-PDF!

Zum Glück muss dieses gesamte Installieren und Einrichten nur ein einziges Mal gemacht werden.
Ist alles am Platze und hat man sich zwei/dreimal durch den Workflow geackert, hat man nach drei Minuten sein PDF.

Mehr Freude beim Anschauen – das 3D-PDF

Beim ersten Öffnen sitzt unser Modell mit perspektivischer Verzerrung unhübsch beleuchtet auf einem weissen Hintergrund.
Beeindruckend nichtsdestotrotz, weil mal es ja mit der Maus hin- und herdrehenund zoomen kann.
Natürlich gibt es auch noch schönere Einstellungen.
Der rote Schalter switcht zwischen orthogonaler und perspektivischer Ansicht hin- und her (orthogonal finde ich besser), das grüne Menü gibt unterschiedliche Beleuchtungen (ich finde „Scheinwerfer“ ganz gut), mit der gelb markierten Schaltfläche kann man sich sein Werk als cooles Gitter- oder Punktemodell ansehen.
Und ganz rechts kann man sich noch eine genehmere Hintergrundfarbe aussuchen.

Das war’s auch für heute.
Nächste Woche kommt dann die direkte Darstellung von 3D-Objekten im Browser mit X3D.
IN FARBE!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.